Festivalfragen an

Alle Farben

Wer ist eigentlich Pommes-Frans und warum vergisst er immer sein Shampoo in Hotels? DJ Alle Farben verrät uns seine persönlichen Festivalerfahrugen in unserer Kategorie “Festivalfragen an…”.

Alle Farben
Foto: Alle Farben (Foto: Phil Hessler)

Du feierst deinen Festivalauftakt beim Bluym Beats Festival in Schweinfurt. Ist so eine Festival-Premiere für dich eher eine Herausforderung oder ein entspannter Einstieg in die Saison?

Alle Farben: Es ist für mich total passend. Für die ist es die Festival-Premiere und für mich ist es der erste Auftritt nach meinem Unfall. Ich nehme es als gutes Omen, dass ich da spiele. Ich habe schon häufiger erste Editionen gespielt und muss sagen, dass meistens noch kleine Fehler drin sind und nicht alles glattläuft, aber die Leute stehen alle komplett dahinter und geben sich Mühe.

Anschließend geht es direkt nach Ibiza. Spielst du lieber Indoor-Clubshows oder auf Festivals?

Festivals, auch wenn ich meine Karriere in den Clubs gestartet habe. Aber Festivals sind irgendwie ein anderes Lebensgefühl, die Leute können sich viel mehr fallen lassen und feiern, als gäbe es keinen Morgen. Clubs können dagegen intimer sein, wenn der Schweiß schon von der Decke tropft. Aber auch wenn ich Clubs liebe, mag ich Festivals noch lieber.

Was darf in deinem Tour-Reisekoffer auf keinen Fall fehlen?

Neben so offensichtlichen technischen Sachen, habe ich im Rucksack immer eine Schlafmaske griffbereit, weil ich gelernt habe, dass man schauen muss, dass man an seinen Schlaf kommt. Und wenn es nur die Extrastunde im Flieger oder im Zug ist. Sobald ich in einen Flieger steige, werde ich müde. Das ist schon fast ein Pawlow’scher Effekt. Dann setze ich mir die Schlafmaske und Kapuze auf, lehne mich gegen das Fenster und bin weg.

Was ist ein Gegenstand, den du ständig vergisst?

Ich habe mittlerweile einen Rucksack, der alles, was ich zu Hause brauche, komplett spiegelt, damit ich nichts mehr vergesse. Aber was ich andauernd in Hotelzimmern vergesse, ist Shampoo. Das muss ich wirklich alle zwei Wochen neu kaufen, weil ich es irgendwo stehen lasse. Ich denke schon immer ‘dieses Mal nicht’ und dann kommt irgendein Anruf beim Rausgehen und dann ist es wieder vergessen.

Wir haben auf deinen Socials gesehen, dass du ein sehr begeisterter Foodie bist und du teilst deine Leidenschaft mit deinen Fans. Wie kam es dazu?

Ich habe schon immer gerne gekocht und habe schonmal in einer Küche gearbeitet. Einmal habe ich einmal die Woche in einem Kindergarten gekocht und in einer Patisserie gearbeitet. Ich hätte es auch gerne mal richtig gelernt. Dann kam die Pandemie und ich habe mir gesagt, ‘Jetzt ist die Zeit, ich nutze sie.’ Dann habe ich mich wirklich jeden Tag in die Küche gestellt und Skills gelernt, klassische Saucen gekocht, einfach alles bis zur Molekularküche einmal ausprobiert. Das hat mir immer mehr Spaß bereitet und ist zum Teil von mir geworden.

Wie geht es dir als Hobbykoch mit der Verpflegung auf Tour?

Unterwegs sein ist immer zwischen Himmel und Hölle. An manchen Tagen besuchen wir tolle Restaurants, an manchen Tagen wachst du auf und weißt schon, dass es nichts Gescheites geben wird und du ziehst nur von Fastfood zu Fastfood.

Was steht ganz oben auf deiner Cateringwunschliste?

Ich liebe Pommes, die gehen immer. Von meinem Team bekomme ich schon manchmal den Spitznamen Pommes-Frans verpasst. Die wissen schon, dass es an irgendeinem Punkt Pommes geben wird, das ist ein richtiges Soulfood für mich. Und da ich auf der Bühne eh so viele Kalorien raushaue, ist es egal, ob ich jeden Tag Pommes esse.

Was ist das Schlimmste, was du jemals im Catering bekommen hast?

Wir hatten mal ein Catering, wo in jeder Speise ein Haar war. Das war ein richtiger Albtraum, wir sind dann lieber hungrig auf die Bühne gegangen.

Was war dein erstes privat besuchtes Festival?

Festivals waren schon immer ein großes Thema bei mir. Mein erstes Festival habe ich mit 15 Jahren besucht, anfangs habe ich noch viel Punkrock gehört, dann ging es zu Goa und zur elektronischen Musik. Das Fusion-Festival, damals noch in einer sehr frühen Edition, war der Punkt, an dem ich gesagt habe, dass ich das in Zukunft selbst machen möchte. Und zehn Jahre nachdem ich das erste Mal dort war, habe ich dann das erste Mal selbst vor Ort aufgelegt.

Was ist dein Lieblingsfestival aus Besucher*innensicht?

Für mich ist, sowohl aus Besuchersicht als auch zum Auflegen, das Sea You Festival in der Nähe von Freiburg. Ich hatte da bisher immer Glück mit dem Wetter, in den letzten neun Jahren hat immer die Sonne geschienen und ich habe immer den Closing-Slot gespielt. Wir sind als Team auch immer gemeinsam auf dem Festival unterwegs und können es so ein Stück weit selbst genießen. Deswegen kann ich auch sagen, dass ich mich als Besucher sehr wohlfühlen würde.