Es ist immer eines der Festival-Highlights der ausgehenden Saison. Wenn Ende September Hamburg zum Reeperbahn Festival lädt, dann wimmelt es auf St. Pauli in jedem Club, jeder Kneipe und dem Spielbudenplatz vor Musikbegeisterten. Um das Ausmaß zu skizzieren, gibt’s hier einige Zahlen: Rund 45.000 Besucher:innen werden erwartet, dazu knapp 5.000 Fachbesucher:innen aus den unendlichen Weiten der Musikbranche. Konfrontiert werden diese mit etwa 450 Konzerten von rund 400 Acts aus etwa 30 Nationen in 65 Spielstätten. Dazu kommt das Konferenzprogramm mit rund 250 Programmpunkten und rund 300 Speaker:innen.
Da ist gute Vorbereitung vor Anreise das A&O, denn zu leicht wird man hier zum Opfer der Gleichzeitigkeit. Irgendwo geht immer was, und wenn gerade nicht, lässt es sich wunderbar auf dem Heiligengeistfeld im Festival Village abhängen oder vor der großen Open-Air-Bühne auf dem Spielbudenplatz.
Neue Perspektiven schaffen
Das diesjährige RBF steht übrigens unter dem Motto “Imagine Togetherness!”. Es ist der Aufruf, neue Perspektiven auf Gemeinschaft, Verantwortung und Kooperation zu entwickeln, und zwar für eine Kultur, die sich solidarisch für die nächste Generation von Musikschaffenden, für Fans, für das gesamte Musikökosystem und letztlich für unsere Demokratie einsetzt. Ebenjenes Musikökosystem ist fragil und ständiger Drangsal, Veränderung und Diskrepanz ausgesetzt. Umso schöner, dass beim RBF viele Newcomer:innen die Chance geboten bekommen, sich einem internationalen Publikum in der wunderschönen Hansestadt vorzustellen. Und dass das RBF einen Unterschied machen will, liest sich auch an der Keychange-Quote ab: Das Line-up ist zu rund 50 % weiblich.
Iedereen, Big Special, Dry Cleaning, Laura Lee u.v.m.
Guten Gewissens empfehlen wir deshalb als das Fuzz-Rock-Trio Bikini Beach vom Bodensee. Oder das britische Duo Big Special, deren zweites Album “National Average” Album des Monats in Ausgabe 389 gewesen ist. Die Australier:innen Delivery haben uns auf ihrem zweiten Album “Force Majeure” mit ihrem Mix aus Pub Rock, 77er Punk und New Wave überrascht. Zuletzt erfreute uns der queere Schwede Boko Yout mit seinem Debüt “Gusto”.
Es gibt jedenfalls genug, über das wir uns jetzt schon freuen, von dem wir uns überraschen oder erstmals überzeugen lassen wollen. Etwa auch Iedereen, Laura Lee & The Jettes, Coach Party, Dream Nails, Dry Cleaning, Full Flower Moon Band, Gallus, Gut Health, Kratzen, Man/Woman/Chainsaw, Really Good Time, Sex Beat, The Buoys, The Funeral Crankies, Unpeople, Velvet Two Stripes und viele(s) mehr. Da kann von Langeweile keine Rede sein – höchstens vom erwähnten Luxusproblem der Gleichzeitigkeit.
Reeperbahn Festival findet vom 17. – 20. September statt
Immerhin gibt es ja die eine oder andere Band, die auch zweimal auftritt. Dafür lohnt es sich, zuvor einen Blick auf die Website des RBF zu werfen. Oder gleich die App zu installieren. Zur Not hilft auch der gute alte Spickzettel. Entscheiden muss man sich jetzt nur noch, für wann genau man sich ein Ticket holt. Tagestickets gibt es, aber auch Tickets für zwei, drei oder alle vier Tage. Oder gleich ein Ticket mit Konferenzzugang? Alles ist möglich beim RBF.





