Taubertal Festival

Wilder Mix

Pünktlich zum Taubertal Festival 2025 verzog sich der Regen und machte Platz für Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen. Die Wege blieben trocken, die Zelte standen sicher – perfekte Voraussetzungen für ein langes Wochenende voller Musik. Unser Streetteam berichtet!

Wilder Mix
Foto: Taubertal Festival (Foto: Sebastian Goess)

Wie jedes Jahr reisten schon Tage vorher unzählige Besucher*innen an, viele in den altbewährten, bunt geschmückten Lkws, Traktoren oder mit riesigen Anhängern im Schlepptau, um die Großcamps aufzubauen. Der Campingplatz am Berg war bereits ab Mittwoch gut gefüllt und bot nicht nur die ersten Runden Flunkyball, sondern auch einen atemberaubenden Blick ins Tal, auf das Festivalgelände und die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber.

Auftakt am Donnerstag

Früher begann der Donnerstag beim Taubertal Festival traditionell im Steinbruch. Da dieser in den letzten Jahren jedoch aus allen Nähten platzte und viele Fans abgewiesen werden mussten, ging es dieses Mal direkt auf dem Festivalgelände los. Das war für einige schade, denn der Steinbruch hatte seinen ganz eigenen Charme. Doch spätestens, als Dubioza Kolektiv aus Bosnien-Herzegowina die Bühne enterten, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Mit ihrem Mix aus Balkan-Beats, Ska und Reggae brachten sie das gesamte Publikum zum Tanzen und läuteten das Festival energiegeladen ein. Am Abend folgte die größte Silent Disco Süddeutschlands, bei der mehrere hundert Menschen im Takt leuchtender Kopfhörer feierten.

Musikalischer Mix am Freitag

Musikalisch war der Freitag dann eine wilde Mischung aus Indie, Pop, Rock und Post-Hardcore, vertreten durch Acts wie Raum27, Enter Shikari, I Prevail, Kasi und Papa Roach. Ein Kritikpunkt fiel auf: Das Line-up war dieses Jahr fast ausschließlich männlich besetzt. Lediglich Paula Carolina sorgte für weibliche Vertretung auf den Bühnen. Das ist ein Punkt, an dem das Taubertal Festival gerade im Hinblick auf das 30-jährige Jubiläum im kommenden Jahr noch nachbessern könnte. Besonders I Prevail lieferten ein wahnsinnig intensives und mitreißendes Set. Danach hatten es Papa Roach nicht leicht, die Energie aufrechtzuerhalten. Doch spätestens bei „Last Resort” tobte das Publikum erneut, bevor es dann erschöpft, verschwitzt, aber glücklich den langen, vertrauten Weg zurück zum Berg-Campingplatz antrat.

Zwischen Kneipenchor und Punk

Der Samstag startete entspannt, aber nicht leise. Bereits mittags sorgte der Würzburger Kneipenchor im Festival Village mit Pop- und Rock-Covern aus den 90ern für ausgelassene Stimmung. Am Nachmittag war es sehr schön, Irie Révoltés nach achtjähriger Pause wieder auf der Bühne zu sehen. Ihre Mischung aus Reggae, Ska, Hip-Hop und politischer Message hatte schon immer eine besondere Energie – und das ist auch heute noch so. Wer noch nicht genug hatte, konnte auf der Sounds for Nature Stage bei Heisskalt und Team Scheisse weiter abgehen. Wer hier tanzte oder moshte, trug im Anschluss nicht nur ein breites Grinsen, sondern auch eine feine Staubschicht im Gesicht.

Beitrag auf Instagram ansehen

Bevor es musikalisch losging, stand noch das legendäre Bobbycar-Rennen an. Mit selbstgebauten Fahrzeugen rasten waghalsige Fahrer*innen den Berg hinunter ins Tal, ein Spektakel, das zum Taubertal Festival gehört wie Bier zum Campingstuhl. Das finale Line-up des Sonntags war wie gemacht, um die letzten Energiereserven anzuzapfen: Ennio, The Chats, Nothing But Thieves und schließlich Yungblud, der mit seiner unbändigen Rockstar-Attitüde das Publikum noch einmal komplett einnahm. Zwischen seinen ständigen „Motherfuckers“-Rufen und dem charmanten Versuch, ein paar deutsche Phrasen einzubauen, feierte er mit den Fans eine große Abschlussparty. Besonders bewegend war die Hommage an den kürzlich verstorbenen „Prince of Darkness“ Ozzy Osbourne: Bei „Changes“ von Black Sabbath sang das gesamte Tal mit – Gänsehautmoment inklusive.

Erste Aussichten auf 2026

Und dann hieß es Abschied nehmen. Die letzten Blicke ins Tal, der letzte anstrengende Aufstieg zum Campingplatz am Berg und die Vorfreude darauf, dass nächstes Jahr beim 30-jährigen Taubertal-Festivals. Die Aussichten auf 2026 sind jedenfalls rosig: Vom 6. bis 9. August findet das Festival dann statt und hat in der ersten Bandwelle bereits unter anderem SDP, Sido und die Sportfreunde Stiller angekündigt.

Beitrag auf Instagram ansehen

Nachbericht: Lisa Beyer

Instagram-Post ansehen
Zum FestivalTaubertal Festival