UPDATE: Am Nachmittag teilten die Veranstalter einen Teaser für 2026 und riefen dazu auf, sich für den Ticketverkauf zu registrieren. Die Ausgabe 2026 scheint damit vorerst gesichert.
Schlechte Nachrichten für alle Fans des Sziget Festivals: Aktuell ist unklar, ob das Festival 2026 wie gewohnt stattfinden kann. Mitte Oktober bereits veröffentlichte das ungarische Nachrichtenportal hvg.hu ein Interview mit Festivalmitgründer Károly Gerendai, in welchem er über die aktuell unsichere Zukunft des Festivals spricht. Einer der Hauptgründe dafür ist laut ihm der Rücktritt des US-Investors KKR, der das Festival in den vergangenen Jahren zu großen Teilen mitfinanziert hat. Dessen Ausstieg hängt laut Gerendai vor allem mit den starken finanziellen Verlusten des Festivals in den vergangenen Jahren zusammen: Diese betrugen pro Ausgabe umgerechnet mehrere zehntausend Euro.
Gerendai selbst hatte sich bereits vor einigen Jahren aus dem Organisationsteam des Sziget Festivals zurückgezogen, wurde nach dem Ausstieg von KKR jedoch von den aktuellen Veranstaltern gebeten, die Rettung des Festivals in die Hand zu nehmen. Dazu stellt er zügig eine erste Idee seines Rettungsplans vor: “Ich suche jetzt nach einer Lösung, damit nicht ich allein, sondern mehrere kleine Akteure gemeinsam das Risiko tragen. Ich möchte mit denen zusammenarbeiten, die ohnehin ein Interesse daran haben, dass es das Sziget gibt.”
Budapester Stadtverwaltung stellt sich quer
Seine Strategie versucht Gerendai durch die Gründung einer Veranstaltungsfirma namens “FestPro IoF2025 Befektető Kft” umzusetzen, Unterstützer:innen hat er bereits in den Verantwortlichen der Konzertreihe Budapest Park gefunden und soll sich auf der Suche nach weiteren Investoren befinden. Damit Gerendais Firma allerdings das Festival übernehmen kann, muss die Stadtverwaltung zuvor der Beendigung eines Landnutzungsvertrags mit dem bisherigen Veranstalter zustimmen.
Genau diese Abstimmung ist in den vergangenen Wochen nun bereits zweimal gescheitert – der Grund: Die Oppositionsparteien Fidesz und Tisza lehnen die Neuaufsetzung des Vertrags ab, da er keine finanzielle Sicherheit bieten würde, die Stadt im Gegensatz sogar viel Geld kosten würde. Denn Budapests Bürgermeister Gergely Karácsony versuchte derweil die Zukunft des Festivals zu sichern und bot Gerendai eine vergünstigte Miete für die Festivalflächen für zwei bis drei Jahre an – den Betrag sollte das Festival erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn seine Finanzen wieder gesichert sind, zurückzahlen müssen.
Finale Entscheidung im November
Via Social-Media teilte Karácsony im Anschluss an die zweite gescheiterte Abstimmung am Mittwochabend ein Statement, in dem er die Absage des Festivals bestätigte und sich erschüttert über die Entscheidung zeigte: “Für heute nur so viel von mir: Ich habe es versucht, wir haben alles getan, es tut mir leid.”
Knapp 24 Stunden später teilte Karácsony jedoch ein weiteres Statement, in dem er von einem angepassten Vertrag vonseiten Gerendais spricht, welcher dadurch eine weitere Chance haben soll, vom Parlament angenommen oder abgelehnt zu werden. Die Grundbedingungen dieses Vertrags sollen ähnlich zu dem ursprünglich vorgelegten sein, die Resonanz soll Parlaments-intern jedoch positiver sein, als zuvor. Die finale Entscheidung soll im November getroffen werden. Gerendai weist derweil darauf hin, dass, sollte der Ticketvorverkauf für das Sziget Festival nicht bald starten könne, die Durchführung des Festivals nicht mehr möglich sei.
Die endgültige Absage des Festivals könnte Experten zufolge zu einem Rückgang des ungarischen Bruttoinlandprodukts von knapp 30 Milliarden Forint (ca. 77 Millionen Euro) führen. Ein offizielles Statement des Sziget Festivals steht noch aus. Das Festival ist eines der größten in Ungarn und zieht jährlich Zehntausende auf die Donauinsel in Budapest. Aktuell können sich Interessierte weiterhin für den Ticketvorverkauf anmelden.





